Marshall Kilburn – Klang- und Optikwunder?

Marshall Kilburn.

So heißt der kleinste Bluetoothlautsprecher aus dem Hause Marshall. Wie ein Gitarrenverstärker aus den 60ern sieht der Kilburn aus. Doch neben einem ausgefallenen und originellen Design verspricht der Hersteller Marshall auch sauberen Klang und eine hohe Akkulaufzeit. Ob das stimmt, sehen wir im Test.

Lieferumfang

Geliefert wird der Marshall Kilburn mit einem Stromkabel, einem Handbuch, einer Schutzhülle und einem klassischen 3,5mm Klinkenkabel (coiled) mit vergoldeten Kontakten. Beim Lieferumfang sticht das Handbuch hervor. Es vermittelt schon eine gewisse Wertigkeit, die beim Auspacken bereits Freude bereitet.

Der Kilburn befindet sich eine Ebene unter Stromkabel, Klinkenkabel und Handbuch. Verpackt ist das Gerät in einer weichen Stoffhülle.

Design

Der Marshall Kilburn kommt in einem ungewöhnlichen Design. Entgegen des Trends von kleinen quadratischen Boxen, setzt Marshall auf das typische Design eines Gitarrenverstärkers. Schwarze Lederoptik, goldene Bedienelemente und die Front mit dem typischen Marshalllogo.

Besonders interessant ist natürlich die oben in den Kunstlederbezug eingelassene Bedienfläche. Sämtliche Bedienlemente sitzen auf einer goldenen Platte. Klinkeneingang, Status-LEDs, Drehregler für Volume, Bass und Treble und Schaltflächen zur Quellenwahl und zum Koppeln. Ganz rechts befindet sich der markante goldene Kippschalter zum An- und Ausschalten des Lautsprechers.

Auf der Rückseite finden wir lediglich das Bassreflexrohr auf der rechten Seite und  den Anschluss für das Stromkabel auf der linken Seite.

Unter dem Gerät befindet sich nur die Abdeckung für den Akku, der sich wechsen lässt. Leider hat sich Marshall hier für Torxschrauben entschieden, obwohl die restlichen Schrauben des Geräts schlichte Kreuzschlitzschrauben sind. Das Gerät steht übrigens auf 4 Gummifüßen, die einen sicheren Stand ermöglichen.

An den Seiten des Lautsprechers ist ein Tragegurt angebracht, der auf der äußern Seite ebenfalls aus schwarzem Kunstleder besteht. Auf der Innenseite ist jedoch eine recht weiche rote Textur angelegt, die das Tragen des 3kg schweren Geräts komfortabler macht.

Verarbeitung

Kurzum: Die Verarbeitung ist grandios. Alles sitzt, nichts wackelt oder klappert am Gerät. Der Lederbezug ist zwar eine Art Kunstleder, das stört aber überhaupt nicht. Er ist sauber über das Gerät gezogen und hat nur eine einzige Verbindungsstelle, ansonsten gibt es keine unsauberen Kanten oder ähnliches.

Die Schaltelemente sind aus stabilen Materialien. Der Kippschalter, die Knöpfe und Drehregler fühlen sich absolut hochwertig an und lassen keine Zweifel an der Haptik und Verarbeitung des Kilburns aufkommen. Rechts von den drei Drehreglern befinden sich drei LEDs, die ebenfalls sauber in das goldene Bedienfeld eingelassen sind.

Funktionen

Der Kilburn verfügt über 2 Hochtöner mit je 5W und einen Tieftöner mit 15W Leistung. Abgedeckt wird ein Frequenzbereich von 60Hz – 20kHz.

Bei den Funktionen gibt es keinen Schnickschnack. Der Marshall Kilburn verfügt über zwei Audioeingänge (Bluetooth oder Klinke) und die lassen sich über eine Taste wechseln. Was gerade ausgewählt ist, sieht man an den LEDs links. Zusätzlich gibt es noch eine Taste, um Bluetoothgeräte zu koppeln. Der Kippschalter rechts schaltet das Gerät an oder aus. Und die Drehregler? Nun, die sind für Lautstärke, Bass und Treble zuständig. Richtig gelesen, der Kilburnsound lässt sich durch zwei Regler je nach Geschmack anpassen.

Der Akku des Kilburns ist ein klarer Pluspunkt. Bis zu 20 Stunden soll er laut Hersteller bei 50% Lautstärke aushalten. Im Test kam ich auf ca. 18 Stunden. Der Akku befindet sich übrigens auf der Rückseite hinter einer klappe und ist wechselbar.

Leider gibt es weder einen USB-Eingang noch einen USB-Ausgang. Das Gerät lässt sich also weder mit USB laden noch können andere Geräte mit dem großen Akku aufgeladen werden. Schade, aber nicht so schlimm.

Was soll man sagen? Der Kilburn überrascht zwar nicht mit gewaltigem Funktionsumfang, wie z. B. der Creative Roar, jedoch ist das nicht schlimm, demm der Fokus liegt einfach auf Musikwiedergabe und das beherscht der Kilburn perfekt. Bass und Treble können angepasst werden, es ist sowohl Klinke als auch Bluetooth möglich und habe ich schon erwähnt, dass man den Akku wechseln kann?

Konnektivität

Es handelt sich um einen Bluetoothlautsprecher und entsprechend unterstützt der Marshall Kilburn selbstverständlich Bluetooth (4.0 mit EDR) und das funktioniert auch stabil. Das war es aber leider auch schon. Wer nacht apt-X oder NFC sucht, wird hier leider von Marshall entäuscht. Offenbar hat man bei den kleinen Modellen (Kilburn und Acton) auf apt-X verzichtet, denn beim größeren Stanmore oder beim Woburn ist apt-X vorhanden. Vorweg sei jedoch gesagt: auf den Klang wirkt sich das nicht zu stark aus.

Klang

Bei der wohl wichtigsten Disziplin eines Bluetoothlautsprechers überzeugt der Kilburn mit einer sauberen Auflösung und druckvollem Bass. Erstaunlich ist, dass der Klang selbst bei maximaler Lautstärke nicht verzerrt. Im Gegensatz zu vielen anderen Geräten stellt der Kilburn den Bass nicht unnötig in den Vordergrund. Bass wird als ein Instrument betrachtet und somit klar vom Gesang und anderen Instrumenten getrennt. Dadurch sind Vocals glasklar und der Lautsprecher überzeugt mit einem vollen und sauberen Klangbild. Diese Präzision beziehungsweise Fokussierung bringt natürlich auch Nachteile, denn der Kilburn gibt Musik relativ neutral wieder. Wurde etwas schlecht produziert, hört man das auch. Wer gerne etwas mehr Bass haben will, kann den Bass am Regler etwas aufdrehen, ob das für absolute Bassheads reicht, ist natürlich fraglich. Wer also gerne elektronische Musik mit viel „Wums“ und wackelnden Wänden hören möchte, der sollte sich vielleicht doch lieber bei der Konkurrenz umsehen.

Fazit

Mit dem Kilburn hat Marshall einen grandiosen Bluetoothlautsprecher auf den Markt gebracht. Er überzeugt in puncto Design, Verarbeitung, Akkulaufzeit und Klang absolut. Einzig und allein die Konnektivität und einige Kleinigkeiten lassen sich bemängeln. Der mangelnde USB-Ausgang oder der Verzicht auf apt-x sind Kleinigkeiten, die manche vielleicht als ärgerlich betrachten. Dennoch hat mich der Marshall Kilburn auf ganzer Linie überzeugt, denn die wichtigsten Disziplin beherrscht er absolut. Wer einen beweglichen Bluetoothlautsprecher für Zuhause sucht, den man auch ab und an zu Freunden mitnehmen kann, der ist beim Marshall Kilburn absolut richtig. Für Strandparties, Freibadaufenthalte oder ähnliches, würde ich dann doch eher zu einem Outdoorgerät raten.

Tipp: Andere Modelle

Neben dem Kilburn bietet Marshall noch andere Lautsprecher im gleichen Design ein. Zum einen gibt es den Acton (wie der Kilburn nur ohne Akku und mit apt-x), dann den Stanmore (größer, ohne Akku, mit apt-x, opt. Eingang) und den Woburn (noch größer, ohne Akku, apt-x, opt. Eingang)

Marshall Kilburn

213
Marshall Kilburn
9.125

Klang

10/10

    Verarbeitung

    10/10

      Konnektivität

      8/10

        Preis/Leistung

        9/10

          Pros

          • Klang
          • Verarbeitung
          • Akkulaufzeit
          • Preis

          Cons

          • Kein apt-x oder NFC
          • Gewicht

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